Eichrechtkonformes Laden

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Eichrechtkonformes Laden - FAQ

Seit dem 1. April 2019 hat das Thema Eichrecht auch für die Elektromobilität eine besondere Relevanz. Denn seit diesem Datum müssen auch Ladesäulen nach den strengen Anforderungen des Eichrechts abrechnen, gemäß der Richtlinie 2014/94/EU des Europäischen Parlamentes über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Alternative Fuels Infrastructure Directive, AFID).

Mit dem Einzug des Eichrechts in die Elektromobiltät ergeben sich aber auch neue Fragestellungen rund um das eichrechtskonforme Laden, die wir Ihnen auf dieser Seite beantworten möchten.

  • 1. Warum ist das Thema Eichrecht so wichtig für die Elektromobilität?

    Jeder Fahrer eines Elektroautos muss transparent nachvollziehen können, wie viel Strom er an einer Ladesäule bezogen hat und sich darauf verlassen können, dass dieser Wert auch korrekt gemessen wurde. Dafür muss die Energie in Kilowattstunden (kWh) abgerechnet werden.

    Für die Wallbox zu Hause spielt das Thema Eichrecht keine große Rolle, da der dort bezogene Strom in der Regel selbst über die Stromabrechnung bezahlt wird. Wenn aber über einen Dritten abgerechnet werden soll, zum Beispiel wenn ein Dienstwagen zu Hause geladen wird oder an einer öffentlichen Ladesäule, muss dieser Ladepunkt alle Daten korrekt erfassen.

  • 2. An welchen Ladesäulen kann man eichrechtskonform laden?

    Es gibt verschiedenste Ladestationen von verschiedenen Herstellern. Sie finden hier bei uns im greenmobility24.de Shop eine Auswahl von Geräten, die wir empfehlen können!

  • 3. Gibt es unterschiedliche Anforderungen für Gleichstrom- und Wechselstrom-Säulen?

    Bei Wechselstrom-Säulen (AC-Säulen) ist es technisch leicht machbar, eichrechtskonforme Zähler einzubauen.

    Bei Gleichstrom-Säulen (DC-Säulen) ist das etwas schwieriger, weil entsprechende Zähler momentan noch schwer verfügbar sind. Aber die Industrie arbeitet daran und wird bald Lösungen dafür anbieten können. Aktuell wird das so gehandhabt, dass die Zähler in DC-Säulen den Strom am Netzanschluss auf Wechselstrom-Seite erfassen. Von dieser Energiemenge werden großzügig aufgerundet pauschal 20 Prozent für Verlustströme abgezogen. Nach Ende der Übergangsfrist ist das jedoch nicht mehr zulässig.

  • 4. Welche Vorteile hat das eichrechtskonforme Laden?

    Das Eichrecht dient ganz klar dem Verbraucherschutz. Der Kunde kann sich darauf verlassen, dass er genau die ihm angezeigte Menge Energie in sein Elektroauto übertragen hat.

  • 5. Gibt es auch Nachteile?

    Es könnte sein, dass das Laden an öffentlichen Säulen etwas teurer wird, weil die Anbieter und Hersteller eichrechtskonforme Hard- und Software nicht nur in neue, sondern auch bereits bestehende Ladepunkte integrieren müssen. Womöglich werden die Kosten dafür an den Endkunden weitergereicht.

  • 6. Wird es auch Flatrates geben?

    Nach welchem Tarif abgerechnet wird, ist je nach Anbieter und Vertrag unterschiedlich. Mit der Eichrechtskonformität wird die Abrechnung nach kWh die wohl gängigste Form des Ladens sein, weil es die fairste und transparenteste Form des Energiebezugs darstellt. Dabei sind rein kWh-basierte Tarife möglich und solche, die sowohl die verbrauchte Energie als auch die Standzeit des Elektroautos am Ladepunkt berücksichtigen. Letztere sollen verhindern, dass stark frequentierte Ladesäulen zu lange blockiert werden.

    Flatrates haben sich bei Angeboten wie Telefon- und Datentarifen oder Streaming von Filmen und Serien bewährt. Fürs Laden wird es sicher auch Flatrate-Tarife geben. Die lohnen sich vor allem für Vielfahrer sowie für jene Elektroauto-Besitzer, die keine Lademöglichkeit zu Hause oder beim Arbeitgeber haben.

    Session Fees, also ein einmaliger Fixpreis pro Ladevorgang, sowie rein zeitbasierte Tarife sind nicht mehr zulässig. Weiterhin möglich ist es jedoch, den Strom zu verschenken, wie es einige Super- und Verbrauchermärkte bereits anbieten.

  • 7. Kann ich auch im EU-Ausland eichrechtskonform laden?

    Andere Länder haben nicht ganz so strenge Vorgaben wie Deutschland, da auch die entsprechende EU-Richtlinie nicht so streng ist wie das deutsche Eichrecht. In den meisten anderen europäischen Ländern wird aktuell lediglich ein MID-konformer Energiezähler benötigt.

  • 8. Welche Daten verarbeitet eine Ladesäule?

    Eine eichrechtskonforme Ladesäule erfasst den Zählerstand, sobald der Nutzer den Ladestecker einsteckt und dann erneut, wenn er ihn wieder abzieht. Aus der Differenz wird die abgegebene Menge an Energie errechnet. Zum anderen erfasst sie die Zeit, wann an- und abgesteckt wird, sowie die Nutzer-ID, die der Säule per RFID-Chip, Ladekarte oder per Autorisierung über eine Smartphone-App mitgeteilt wird.

  • 9. Wer hat Zugriff auf die Datensätze der Ladevorgänge? Sind meine Daten sicher?

    Zugriff auf die Daten der Ladevorgänge hat der Betreiber der Ladestation, der für die Bereitstellung von Infrastruktur und Energie rückvergütet wird. Auch dem E-Mobilitätsprovider sowie einer eventuell beteiligten Roaming-Plattform werden die Daten manipulationssicher übertragen. Der Nutzer selbst hat natürlich auch Zugriff.

    Die Daten werden innerhalb der Ladesäule verschlüsselt und dann im Private- und Public-Key-Verfahren übertragen. So ist die höchst mögliche Datensicherheit gewährleistet.

Eichrechtskonformes Laden - was Unternehmen beachten müssen

Jede Ladesäule in Deutschland, an welcher der Ladevorgang vergütet wird, muss eichrechtskonform abrechnen können. Welche Anforderungen an Hard- und Software zu erfüllen sind und welches Nachrüstverfahren für nicht eichrechtskonforme Ladeeinrichtungen gilt, haben wir in der Einleitung zu dieser Themenserie bereits ausführlich dargelegt. Bei Bestandssäulen, sofern sie noch nicht über die erforderlichen Messsysteme verfügen, muss der Betreiber einen konkreten, individuellen Nachrüstplan bei der zuständigen Landes-Eichbehörde einreichen.

Es gibt allerdings auch Ladesäulen, die von der Eichpflicht ausgenommen sind. Zum Beispiel wenn der Strom an der Ladesäule verschenkt oder per Flatrate abgerechnet wird. Weitere Ausnahmen und Fallstricke ergeben sich in der Vielzahl von verschiedenen Ladeszenarien im privaten oder halböffentlichen Umfeld, auf die wir in dieser Themenserie im Detail eingehen werden. In Teil eins unserer Serie behandeln wir das Thema Laden von Firmenwägen beim Arbeitgeber und zu Hause sowie Ladesäulen an Unternehmensstandorten.

Mitarbeiter lädt am Arbeitsplatz

Lädt ein Mitarbeiter seinen Firmenwagen kostenlos am Arbeitsplatz, so muss diese Säule nicht eichrechtskonform aufgebaut sein. Greift die Versteuerung des geldwerten Vorteils wieder (die Steuerbefreiung ist zunächst befristet bis Ende 2020 und soll - einer Ankündigung des Bundesfinanzministeriums zufolge - bis zum Jahr 2030 verlängert werden) wäre es ebenfalls nicht notwendig, dass die Ladestation eichrechtskonform abrechnen kann; ein MID-zertifiziertes Messsystem (MID = Measurements Instruments Directive) wäre ausreichend. Anders gestaltet sich dieser Fall, wenn der Mitarbeiter das Laden beim Arbeitgeber seines privaten Elektrofahrzeugs bezahlen muss. Dann muss diese Ladesäule den Anforderungen des Eichrechts genügen.

Besucher lädt am Unternehmensstandort

Lädt ein externer Kunde oder Besucher am Standort eines Unternehmens kostenpflichtig, so muss diese Ladesäule dem Eichrecht entsprechend aufgebaut sein. „Außerdem sind die Vorgaben der Ladesäulenverordnung zu beachten, wenn es sich um Parkflächen handelt, die öffentlich zugänglich und für jedermann nutzbar sind. Zudem sind die Vorgaben der Preisangabenverordnung zu beachten, wenn es sich bei den Kunden oder Besuchern um Verbraucher handelt“, erklärt Rechtsanwältin Dr. Katharina Vera Boesche, Leiterin der Fachgruppe Recht in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungs- und Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität“.

Mitarbeiter lädt zu Hause

Wird ein Firmenwagen vom Mitarbeiter bei sich zu Hause geladen und ist der gesamte Ladestrom dem Firmenfahrzeug zurechenbar, so reicht für die Abrechnung mit dem Arbeitgeber ein MID-zertifizierter Zähler zwischen Ladepunkt und dem Anschluss ans Hausnetz bzw. direkt am Ladepunkt selbst. Sollten jedoch mehrere Elektroautos, beispielsweise von Verwandten oder Bekannten, ebenfalls an diesem Ladepunkt laden, kommt es darauf an, welche Nachweise der Arbeitgeber verlangt, erklärt Rechtsanwältin Boesche. Er kann auf einen konformitätsbewerteten Ladepunkt bestehen, sofern die Ladevorgänge eindeutig den einzelnen Fahrzeugen zugeordnet werden sollen.

Eine Möglichkeit, den Aufbau einer eichrechtskonformen Lademöglichkeit beim Mitarbeiter daheim zu vermeiden, ist eine pauschale Abrechnung der Ladeaufwände, vergleichbar mit vom Arbeitgeber ausgegebenen Tankgutscheinen. Diese Pauschalen für Elektrofahrzeuge sind per Erlass vom 26. Oktober 2017 ausdrücklich durch die Finanzverwaltung zugelassen worden. „Für das elektrische Aufladen eines Dienstwagens (nur Pkw) nach Paragraf 3 Nummer 50 EStG und zur Anrechnung von selbst getragenen individuellen Kosten“, heißt es in dem Schreiben, gelten folgende monatlichen Pauschalbeträge:

  • Mit zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber: 20 Euro für ein rein batteriebetriebenes Elektroauto, 10 Euro für ein Plug-in-Hybridauto

  • Ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber: 50 Euro für ein rein batteriebetriebenes Elektroauto, 25 Euro für ein Plug-in-Hybridauto

Poolfahrzeuge laden am Unternehmensstandort

Soll das Laden von nicht an einen Nutzer gebundenen Firmenwagen (Poolfahrzeuge) am Unternehmensstandort abgerechnet werden, stellt sich zwar ebenfalls die Frage, welche eichrechtlichen Anforderungen von der Ladeeinrichtung zu erfüllen sind. Es handelt sich allerdings um ein rein internes Rechtsverhältnis, bei dem sich nur bei der unternehmensinternen Zuweisung der Kosten die Frage stellt, welche Nachweise das Finanzamt benötigt. Dies sollte im Einzelfall geprüft werden, so Boesche.

Mehrere Unternehmen in einem Industriepark

Bei einer gemeinsam von unterschiedlichen Unternehmen genutzter Ladeeinrichtung, die auf einem Gelände wie einem Industriepark aufgebaut ist, können erleichterte Anforderungen gelten. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn die Voraussetzungen des Paragrafen 35 MessEG vorliegen, wie etwa gleichbleibende gewerbliche Partner, ein räumlich zusammengehörendes, geschlossenes Grundstück und eine Vereinbarung zwischen den Parteien darüber, wie mit fehlerhaften Messungen umgegangen werden soll, stellt Boesche klar. Eine der Parteien muss die Rolle des Betreibers der Ladeeinrichtung innehaben, für die Abrechnung wäre ein MID-zertifizierter Zähler ausreichend. Die Expertin empfiehlt, das Vorliegen der Voraussetzungen im Einzelfall zu prüfen.

Anwendungsbeispiele

Wo wird geladen?

Wer lädt?

Wie wird geladen?

Abrechnung

Erforderliche Lösung

am Unternehmensstandort

Mitarbeiter mit Privat-PKW

kostenpflichtig

kWh

eichrechtskonforme Ladestation

am Unternehmensstandort

Mitarbeiter mit Privat-PKW

kostenlos

-

keine Anforderung

am Unternehmensstandort

Besucher

kostenpflichtig

kWh

eichrechtskonforme Ladestation

am Unternehmensstandort

Besucher

kostenlos

-

keine Anforderung

zu Hause

Mitarbeiter mit Firmenwagen

kostenpflichtig

kWh

MID-zertifizierter Zähler

zu Hause

Mitarbeiter und weitere Haushaltsmitglieder mit Firmenwagen/ Privat-PKW

kostenpflichtig

kWh

eichrechtskonforme Ladestation

zu Hause

Mitarbeiter mit Firmenwagen

kostenpflichtig

Pauschale gem. §3 Nr.50 EStG

keine Anforderung

Eichrechtskonformes Laden- Was Wohnungs- und Immobilieneigentümer beachten müssen

Die grundlegenden Anforderungen an Hard- und Software für das Thema Eichrecht wurden bereits ausführlich in der Einleitung zu dieser Themenserie dargelegt. Bei Bestandssäulen, sofern sie noch nicht über die erforderlichen Messsysteme verfügen, muss der Betreiber einen konkreten, individuellen Nachrüstplan bei der zuständigen Landes-Eichbehörde einreichen.

Es gibt allerdings auch Ladesäulen, die von der Eichpflicht ausgenommen sind, zum Beispiel wenn der Strom an der Ladesäule verschenkt oder per Flatrate abgerechnet wird. Weitere Ausnahmen und Fallstricke ergeben sich in der Vielzahl der verschiedenen Ladeszenarien, auf die wir in dieser mehrteiligen Themenserie im Detail eingehen werden. Im zweiten Teil unserer Serie erfahren Wohnungseigentümer, Eigentümergemeinschaften (WEG) und Immobilienunternehmen, wann sie an einem Ladepunkt eichrechtskonform abrechnen müssen.

Gemeinschaftsparkplätze in einer Wohneigentumsgemeinschaft

Der Ladestrom an Gemeinschaftsparkplätzen in einer Wohneigentumsgemeinschaft muss eichrechtskonform abgerechnet werden, da die Ladepunkte von verschiedenen Nutzern aufgesucht werden. Zudem finden „wenn es sich um Verbraucher handelt, wovon in der Regel auszugehen ist, auch die Vorgaben der Preisangabenverordnung Anwendung“, erklärt Rechtsanwältin Dr. Katharina Vera Boesche, Leiterin der Fachgruppe Recht in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungs- und Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität“.

Individueller Ladepunkt mit Anschluss am Wohnungszähler

Wer einen eigenen Stellplatz mitsamt einer Wallbox hat, welche mit dem eigenen Wohnungszähler verbunden ist, braucht seinen Ladepunkt nicht nachzurüsten. „Hier erfolgt das Laden über den Haushaltszähler, der ja auch ein geeichter Zähler ist. Eine weitere Abrechnung findet nach meinem Verständnis nicht statt“, sagt Boesche.

Individueller Ladepunkt mit Anschluss am Allgemeinstrom

Ist die Wallbox am eigenen Stellplatz hingegen am Allgemeinstrom bzw. einem gemeinschaftlich genutzten EVU-Zähler (EVU = Energieversorgungsunternehmen) für alle Ladestationen angeschlossen, ist die Nachrüstung mit einem MID-zertifizierten Zähler (MID = Measurements Instruments Directive) ausreichend. Bei der Jahresabrechnung wäre somit eine Umlage auf einzelne Nutzer möglich, ähnlich der Nebenkosten-Verbrauchsabrechnung. Allerdings muss auch jeder Ladepunkt eindeutig einem einzigen Nutzer zugeordnet werden können. Das lässt sich zum Beispiel durch eine Nutzer-Authentifizierung direkt an der Wallbox per Schlüssel oder RFID-Chip sicherstellen. „Wird eine Wallbox jedoch von mehreren Parteien genutzt, bedarf es nachvollziehbarer, rückverfolgbarer Messergebnisse, die man nur bei konformitätsbewerteten Ladesystemen bekommt“, führt Boesche aus. Es würden dann also dieselben Regeln gelten wie bei Gemeinschaftsparkplätzen.

Ist der Eigentümer des Hauses und Vermieter der Wohnung auch der Betreiber der Ladeeinrichtung und handelt es sich bei den Mietern – was in der Regel der Fall ist – um Verbraucher, gelten erleichterte Anforderungen des Mess- und Eichrechts. Wenn beide Vertragsparteien vor Ort anwesend sind und beide das Messergebnis nach dem Ende des Ladevorgangs anerkennen, können – so Boesche – die Voraussetzungen des Direktverkaufs gegeben sein. Im Falle des Direktverkaufs bedarf es keines konformitätsbewerteten Messsystems, ein MID-zertifizierter Zähler wäre ausreichend. Bezahlt wird dann eine angemessene Gebühr je verbrauchter Kilowattstunde Strom.

In Teil eins unserer Serie behandelten wir das Thema Laden von Firmenwagen beim Arbeitgeber und zu Hause sowie Ladesäulen an Unternehmensstandorten. In Teil drei unserer Serie geben wir Hotelbetreibern und Anbietern von Ferienwohnungen und -häusern Tipps, wie sie das Laden der Elektroautos ihrer Gäste eichrechtskonform abrechnen können.

Zu beachten!

Wo wird geladen?

Wer lädt?

Wie wird geladen?

Abrechnung

Erforderliche Lösung

individueller Parkplatz - Ladepunkt mit Stromanschluss über den eigenen Wohnungszähler

Mieter oder Wohnungseigentümer

kostenpflichtig

kWh

keine Anforderung

individueller Parkplatz -
Ladepunkt mit Stromanschluss über den Allgemeinstrom

Mieter oder Wohnungseigentümer

kostenpflichtig

kWh

MID-zertifizierter Zähler

Eichrechtskonformes Laden - Was Hotelbetreiber und Anbieter von Ferienunterkünften beachten müssen

Die grundlegenden Anforderungen an Hard- und Software für das Thema Eichrecht wurden bereits ausführlich in der Einleitung zu dieser Themenserie dargelegt. Bei Bestandssäulen, sofern sie noch nicht über die erforderlichen Messsysteme verfügen, muss der Betreiber einen konkreten, individuellen Nachrüstplan bei der zuständigen Landes-Eichbehörde vorlegen.

Es gibt allerdings auch Ladesäulen, die von der Eichpflicht ausgenommen sind, zum Beispiel wenn der Strom an der Ladesäule verschenkt oder per Flatrate abgerechnet wird. Weitere Ausnahmen und Fallstricke ergeben sich in der Vielzahl der verschiedenen Ladeszenarien, auf die wir in dieser mehrteiligen Themenserie im Detail eingehen werden. Im dritten Teil unserer Serie erklären wir Hotelbetreibern und Anbietern von Ferienwohnungen und -häusern, wie sie das Laden der Elektroautos ihrer Gäste eichrechtskonform abrechnen können.

Laden von Gästen im Hotel

Ist an einem Hotel öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur aufgebaut, gelten die vollen Anforderungen der Ladesäulenverordnung und des Eichrechts, wenn das Laden dort kostenpflichtig ist. Auch auf einem abgeschlossenen Exklusiv-Parkplatz für Hotelgäste sind eichrechtskonforme Ladesäulen Pflicht, wenn der Ladestrom abgerechnet werden soll. Eine vermeintlich einfache Lösung wie etwa eine Tagespauschale für die Nutzung eines Ladepunktes ist nicht zulässig, da sie nicht mit der Preisangabenverordnung vereinbar ist. Diese erlaubt nur Flatrates auf Monats- oder Jahresbasis.

Erlaubt wäre es hingegen, eine Gebühr für den Parkplatz zu verlangen und den Strom für Elektroautos kostenlos abzugeben. Die Gebühren für die Nutzung der Parkplätze für Elektroautos dürfen allerdings nicht teurer sein als jene für herkömmlich angetriebene Fahrzeuge.

Ist ein Hotelgast allerdings geschäftlich unterwegs, handelt es sich um ein B2B-Verhältnis. In diesem Bereich wäre alternativ auch eine Session Fee (eine fixe Gebühr pro Ladevorgang) zulässig, erklärt Rechtsanwältin Dr. Katharina Vera Boesche, Leiterin der Fachgruppe Recht in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungs- und Technologieprogramm „IKT für Elektromobilität“.

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Ferienhäuser und -wohnungen

Selbst an exklusiven Parkplätzen von Ferienhäusern oder -wohnungen müsste ein eichrechtskonformes Ladesystem installiert sein, wenn der Strom abgerechnet werden soll. „Es könnten aber die Voraussetzungen des Direktverkaufs vorliegen, wenn der Betreiber des Ladepunktes und der Verbraucher, in dem Fall der Mieter des Ferienhauses, das Messergebnis eines MID-zertifizierten Stromzählers am Ende des Aufenthalts vor Ort anerkennen. Dann würde diese Lösung ausreichen“, so Boesche. Bezahlt würde dann eine angemessene Gebühr je verbrauchter Kilowattstunde Strom.

Am einfachsten wäre es für Hotels und Anbieter von Ferienunterkünften womöglich, den Strom, wie auch jenen für Fön, Wasserkocher oder Licht, kostenlos im Rahmen der Miete zur Verfügung zu stellen. Dann erübrigen sich der Aufwand und die Mehrkosten, die der Aufbau und der Betrieb einer eichrechtskonformen Lademöglichkeit mit sich bringt. Zudem wird der Betrieb dadurch interessanter für die stetig steigende Zahl an Elektroauto-Fahrern. Am Ende dürfte diese Lösung, gerade bei kleineren Betrieben, in der Regel sogar günstiger sein. Schließlich kostet der Strom für 100 Kilometer mit einem Elektroauto im Schnitt nur etwa fünf bis sechs Euro.

In Teil eins unserer Serie behandeln wir das Thema Laden von Firmenwagen beim Arbeitgeber und zu Hause sowie Ladesäulen an Unternehmensstandorten. In Teil zwei unserer Serie erfahren Wohnungseigentümer, Eigentümergemeinschaften (WEG) und Immobilienunternehmen, wann sie an einem Ladepunkt eichrechtskonform abrechnen müssen.

Was Hoteliers beachten müssen

Wo wird geladen?

Wer lädt?

Wie wird geladen?

Abrechnung

Erforderliche Lösung

Hotelparkplatz

Gast

kostenpflichtig

kWh

eichrechtskonforme Ladestation

Hotelparkplatz

Gast

kostenlos

-

keine Anforderung

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