Installation einer Wallbox

Was müssen Sie bei der Installation einer Ladestation beachten?

Bei der Installation einer Ladestation für Ihr Elektroauto sind verschiedene Sicherheitskriterien zu beachten. Hier erfahren Sie, was Sie bei der Installation beachten müssen! Diese Hinweise sind generell gehalten und betreffen Nicht-Elektriker. Für Elektriker gibt es eine Separate Checkliste, die konform der Norm DIN VDE 0100-722 erstellt wurde.

Es gibt 5 wichtige Punkte, die bei der Installation einer Ladestation erfüllt sein müssen!

In der nachfolgenden Tabelle können Sie zunächst auswählen, welche Art von Ladestation Sie haben. Daran erkennen Sie, welche Art von Fehlerstromschutzschalter sowie Leistungsschutzschalter im Sicherungskasten der Hausinstallation benötigt werden.

Ladestation Art

Leistungsschutzschalter

Fehlerstromschutzschalter

Ladestation mit FI Typ A und DC-Fehlerstromsensor

kein weiterer erforderlich

Charakteristik C

Ladestation mit DC-Fehlerstromsensor

FI Typ A

Charakteristik C

Ladestation ohne integriertem FI oder DC-Fehlerstromsensor

FI Typ A EV

Charakteristik C

Gegebenenfalls ist ein einen separater Stromzähler erforderlich, wenn Sie den geladenen Strom vom Elektroauto messen möchten und die Ladestation nicht bereits über einen eigenen Zähler verfügt.

1. Die Ladestation muss über eine eigene, separate Stromzuleitung angeschlossen werden

  • An der Stromleitung, die vom Sicherungskasten zur Ladestation führt, dürfen keine weiteren Verbraucher angeschlossen werden wie zum Beispiel die Garagensteckdosen, Licht, die Waschmaschine, der Elektroofen etc.

  • Für Ladestationen gilt der sogenannte Gleichzeitigkeitsfaktor von 1,0. Der Gleichzeitigkeitsfaktor berücksichtigt, dass nicht immer alle Geräte einer Anlage gleichzeitig und mit voller Leistung betrieben werden. Bei einer Ladestation muss dies jedoch immer angenommen werden. Daher muss die Anschlussleistung der Ladestation 100% vorgehalten werden.

2. Die Stromzuleitung muss entsprechend der gewünschten Ladeleistung im mm² Querschnitt dimensioniert sein.

  • greenmobility24 empfiehlt bei einem Ladestrom von 16A und mehr, z.B. 32A die Nutzung eines Kabels mit einem Leitungsquerschnitt von mindestens 2,5mm², besser und sicherer jedoch größer zu verwenden, um einen Kabelbrand vorzubeugen, da bei den Durchlauflasten hohe Temperaturen entstehen können. Damit das Elektroauto mit einer Ladeleistung von 11-22kW (dreiphasig) geladen werden kann, muss die Zuleitung 5-adrig sein. Standardmäßig sollte immer mindestens ein 5-adriges Kabel 5x6mm² verwendet werden.

  • Der Kabelquerschnitt hängt jedoch auch von Faktoren wie der Leitungslänge, dem Spannungsabfall, der Umgebungstemperatur und auch von der Montageart ab. Aus diesem Grund sollten Sie den benötigten Kabelquerschnitt am besten von einem qualifizierten Elektroinstallateur bestimmen lassen, jedoch die Mindestanforderung 5x6 mm² beanspruchen.

  • Mit Blick auf die Zukunftstauglichkeit empfehlen wir die Stromleitung möglichst für einen dreiphasigen Anschluss vorzubereiten. Denn Elektroautos werden in naher Zukunft über höhere Ladeleistungen und Batteriekapazitäten verfügen. Wir gehen davon aus, dass einphasiges Laden bald der Vergangenheit angehört.

3. Der Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD) schützt Sie vor Stromschlägen und muss der Ladeleistung des Elektroautos angepasst sein.

Wozu benötigen Sie einen Fehlerstromschutzschalter?
Der Fehlerstromschutzschalter wird eingesetzt, um Stromschläge zu vermeiden. Um dies zu gewährleisten vergleicht der FI-Schutzschalter den Hin- und Rückstrom zum Verbraucher und vom Verbraucher, in diesem Fall ist es dann das Elektroauto. Stimmen diese Ströme nicht mehr überein, weil zum Beispiel ein Fehlerstrom über die Fahrzeugkarosserie oder den Fahrer zum Boden fließt, löst der FI aus und unterbricht den Stromkreis. Um dies sicher zu stellen, muss jede Ladestation über einen eigenen Fehlerstromschutzschalter angeschlossen und abgesichert werden, sofern dieser nicht bereits in der Ladestation integriert ist – dies ist unbedingt zu prüfen. Bei der Absicherung gilt ein Gleichzeitigkeitsfaktor von 1,0, was bedeutet, dass der Stromkreis einzeln abgesichert ist.

Welche Arten von Fehlerstromschutzschaltern gibt es?
Für jede Ladestation ist ein Fehlerstromschutzschalter mindestens vom Typ A vorgeschrieben. Der FI Typ A ist ein Standard-FI-Schutzschalter, den jeder Elektriker bei sich hat und der lediglich bestimmte Fehlerströme erfasst.

Bei manchen Elektroautos können jedoch während des Ladevorgangs glatte Gleichfehlerströme auftreten. Wenn Sie diese nicht ausschließen können, muss ein entsprechender DC-Fehlerstromschutz verbaut werden.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • DC-Fehlerstromsensor / DC-Fehlerstromerkennung:
    Ladestationshersteller tendieren immer mehr dazu, einen DC-Fehlerstromsensor in Ihre Ladestationen einzubauen. Somit sind Sie vor Gleichfehlerströmen geschützt. Sie brauchen in der Verteilung lediglich noch den oben erwähnten FI Typ A. Ladestationen mit integriertem Fehlerstromsensor sind zwar etwas kostenintensiver, dafür sparen Sie bei der Installation. Das Gesamtpaket ist im Ergebnis deutlich günstiger.

  • FI Typ A EV:
    Er ist die günstigere Alternative zum FI Typ B und wurde speziell für die Anforderungen der Elektromobilität entwickelt, reagiert also auch auf glatte Gleichfehlerströme. Der FI Typ A EV ist unsere Empfehlung, wenn kein anderer DC-Fehlerstromschutz in der Ladestation vorhanden ist.

  • FI Typ B:
    Er ist „allstromsensitiv“, erkennt alle Arten von Wechsel- und Gleichfehlerströmen und ist für die Installation von Ladestationen sehr gut geeignet. Der Nachteil: Ein FI Typ B ist sehr teuer.

4. Der Leitungsschutzschalter (LS/CB) schützt die Leitung vor Überlastung durch zu hohe Ströme und muss der Ladeleistung des Elektroautos angepasst sein

Wozu benötigen Sie einen Leistungsschutzschalter?

Der Leistungsschutzschalter (LS) auch “Überstromschutzeinrichtung” ist dafür zuständig, dass der Stromkreis unterbrochen wird, sobald zu viel Strom durch die Leitung fließt. Hierdurch werden Beschädigungen an den Stromleitungen durch hohe Temperaturen vermieden. Wie beim Fehlerstromschutzschalter (FI) auch ist ein separater Leitungsschutzschalter für den Stromkreis der Ladestation erforderlich.

Die Wahl des richtigen Leitungsschutzschalters

  • Der Leitungsschutzschalter muss entsprechend dem Nennstrom, also Fall der gewünschten Ladeleistung, angepasst werden. Es handelt sich um eine echte Gefahrenquelle. Aus diesem Grund die Installation nur durch einen qualifizierten Elektroinstallateur zulässig. Dieser verantwortet, dass alle bestehenden Normen und Installationsvorschriften eingehalten werden.

  • Die Hersteller der von uns angebotenen und empfohlenen Ladestationen empfehlen ausdrücklich die Auslösecharakteristik C.

  • Der Nennstrom ist die von den elektrischen Geräten aufgenommene reale Stromstärke. Der Nennstrom des ausgewählten Leitungsschutzschalters darf die Angaben auf dem Typenschild der Ladestation keinesfalls unterschreiten. Dies könnte immense Schäden und auch Lebensgefahr mit sich bringen.

5. Bei der Installation einer Ladestation mit einer Ladeleistung über 12kW müssen Sie oder der installierende Elektriker eine Genehmigung beim Netzbetreiber einholen

Ein Elektroauto zieht mit einer Ladeleistung über 12kW ungewöhnlich viel Strom auf einmal aus dem Stromnetz. Daher muss der Netzbetreiber informiert werden, um Stromausfälle zu vermeiden. Der Genehmigungsprozess variiert von Netzbetreiber zu Netzbetreiber. Am besten, Sie rufen Ihren kurz an und lassen sich die nötigen Unterlagen vom Netzbetreiber zuschicken.

Diesen speziellen Punkt haben wir im Thema "Meldepflicht für Ladestationen" detailliert dargelegt!

Einzig beim Hersteller Renault gibt es einen sechsten Punkt zu beachten!

  • Elektroautos vom Hersteller Renault dürfen nur mit Z.E. READY zertifizierten Ladestationen geladen werden!

    Was bedeutet Z.E. READY?
    Renault hat über die gesetzlichen Vorgaben hinaus eigene Normen definiert. Sie sind unter dem Qualitätssiegel „Z.E. READY“ zusammengefasst. Für alle Renault Elektroautos wird durch den Fahrzeughersteller ein möglicher Gleichfehlerstrom von >6mA nicht ausgeschlossen. Aus Sicherheits- und Garantiegründen hat Renault deshalb einen eigenen Standard, Z.E. READY, für das Laden von Elektroautos entwickelt. Das Z.E. READY Zertifikat finden Sie auf allen Ladestationen, die den Vorgaben von Renault entsprechen. Ein geschulter und zertifizierter Elektroinstallateur wird bei der Installation einer Ladestation alle notwendigen technischen Vorkehrungen gemäß der Z.E. READY Zertifizierung treffen.

    Folgende technische Vorschriften sind für Z.E. READY bei der Installation zu beachten:
    1. separater FI Typ B Fehlerstromschutzschalter in der Ladestation (oder in der Hausinstallation) je Ladepunkt
    2. Standardisierte Typ 2 Steckvorrichtung gemäß DIN EN 62196-2 VDE 0623-5-2:2014-12
    3. CE-Kennzeichnung und Typprüfung nach IEC 61851-1
    4. Ausschluss einer Überlastung angeschlossener Ladekabel durch die Ladeinfrastruktur
    5. Schutzart mind. IP54 inkl. IPxxD Steuerung des Ladestroms gemäß Mode 3 via Pilotsignal nach IEC 61851
    6. Installation zwingend durch einen zertifizierten Elektriker

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